Ich frage mich: Wie kann man als Künstler*in ein Videospiel im Ausstellungskontext am besten präsentieren?
Die Präsentation von Videospielen im Kontext der zeitgenössischen Kunst ist noch relativ neu. Während Spiel-Engines und Hardware für Künstler*innen immer zugänglicher werden, tun sich Kunstinstitutionen nach wie vor schwer damit, Videospielwerke zu zeigen; dennoch zeichnen sich bereits eigene ästhetische Formalismen ab. Dieser Vortrag wirft einen Blick auf eine Reihe von Videospiel-Installationen von Künstler*innen und zeichnet deren stilistische Entwicklung nach, ausgehend von Game-Dev-Konferenzen (Gamescom, GDC, Dreamhack) über Late-Night-Gaming-Cafés und LAN-Partys bis hin zu Wohnzimmer-Setups usw.
Ein offensichtliches Problem bei der Präsentation von Videospielen im Ausstellungskontext ist der Umfang des Spiels und der Zeitaufwand. Nur wenige Videospiele sind kurze Erlebnisse, und viele erfordern vom Spieler große Aufmerksamkeit, um sich auf ihre Erzählungen, Mechaniken und Spielwelten einzulassen. Solche Ressourcen sind in der Galerie und in Kunstinstitutionen rar.
Beth von Undall ist eine in Berlin lebende Künstlerin und Autorin. Neben ihrer eigenständigen künstlerischen Praxis ist sie an einer Reihe von Kooperationen in den Bereichen Kunst, Gaming und Technologie beteiligt. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit Fragen der Subjektivität und Sexualität im Kontext einer Welt, die von einem existenziellen technologischen Wandel geprägt ist.
Sie hat in ganz Deutschland, Skandinavien und Großbritannien ausgestellt, unter anderem im Rohkunstbau28 (DE), im Künstlerhaus Bethanien (DE) und in der Kunsthal Charlottenburg (DK). Sie ist Kuratorin bei Sybil, Berlin, einem neu gegründeten Forschungszentrum für Kunst und Gaming.
Beth von Undall wurde von Jeremy Couillard im Rahmen der Games Klasse eingeladen.
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.
Fotos:
Beth von Undall
Portrait: Feyd Angels, Assistant Rodriga