Wie verändert sich unser Verständnis von Raum, wenn wir ihn nicht nur sehen, sondern hören? Klang prägt, wie wir uns orientieren, wie wir Situationen körperlich erleben und wie wir mit unserer Umgebung in Beziehung treten. Dabei ist Hören niemals neutral: Was nehmen wir bewusst wahr, was überhören wir – und welche Klänge werden gesellschaftlich verstärkt oder ausgeblendet?
Ausgehend von einer gemeinsamen Hörübung nach Pauline Oliveros verbindet Anna Schimkat theoretische Perspektiven mit Einblicken in ihre künstlerische Praxis. Historische Konzepte über Klangwahrnehmung undR. Murray Schafer Begriff Soundscape treffen auf zeitgenössische Formen akustischer Intervention. Anhand eigener und weiterer künstlerischer Arbeiten untersucht der Vortrag Klang als Material, räumliches Ereignis und gesellschaftliche Kraft. Im Zentrum steht die Frage, wie künstlerisches Arbeiten mit Klang öffentliche Räume verändert
Anna Schimkat ist eine in Leipzig und Mainz lebende Künstlerin mit Schwerpunkt auf Klangkunst, Performance und ortsbezogenen Installationen. Sie studierte Freie Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar und war Meisterschülerin an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Ihre Arbeiten wurden international gezeigt, u. a. in Deutschland, den USA und Europa. In ihrer künstlerischen Praxis untersucht sie natürliche, gesellschaftliche und kulturelle Prozesse sowie Formen von Wahrnehmung und Erfahrung. Sie arbeitet multidisziplinär mit Klang, Skulptur, Field Recordings und selbstgebauten Instrumenten und versteht die jeweilige Umgebung als zentrales Instrument ihrer Arbeiten. Zahlreiche Stipendien und Förderungen, zuletzt von der Stiftung Kunstfonds, begleiten ihre Arbeit.
Anna Schimkat wurde im Rahmen der Klasse Slotawa eingeladen.
Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.
Abbildungen:
Chorperformance „Passage“ von Anna Schimkat und Felix Kindermann, New York Choral Society, Deutsches Haus NYU, New York, 2023, Photo: Demi Guo
Photo: DStier, 2026